Ratgeber
360-Grad-Produktfotografie mit Drehteller und Object2VR
Für 360-Grad-Produktfotografie steht die Kamera fest auf dem Stativ, und ein Drehteller dreht das Produkt in gleichen Schritten; an jeder Position entsteht ein Foto. Eine Software wie Object2VR von Garden Gnome Software setzt die Serie zu einem Objektfilm zusammen, den Betrachter am Bildschirm mit der Maus drehen können.
Ablauf einer Aufnahme
- Kamera fixieren: auf Höhe des Objekts oder leicht darüber; Fokus und Belichtung manuell festlegen, damit alle Bilder gleich aussehen.
- Objekt zentrieren: Es soll sich auf der Stelle drehen und nicht durchs Bild wandern.
- Schrittweite wählen: Mehr Schritte ergeben eine flüssigere Drehung und mehr Dateien. Die Schrittweite muss für die ganze Runde gleich bleiben.
- Gleichmäßig ausleuchten: mit fest stehendem Licht, damit Reflexe nicht von Bild zu Bild springen.
- Eine volle Umdrehung aufnehmen: Ein motorisierter Drehteller übernimmt Drehung und Auslösung.
Wie viele Bilder
Eine einreihige Drehung besteht meist aus 36 Fotos, eines alle 10°. Weniger Bilder wirken ruckelig, mehr flüssiger. Drehungen mit 72 oder mehr Bildern, eines alle 5°, werden häufiger. Jedes zusätzliche Bild muss aber aufgenommen, bearbeitet und geladen werden.
Einreihig oder mehrreihig
- Einreihige Drehungen lassen sich nur nach links und rechts drehen und sind am einfachsten.
- Mehrreihige Drehungen (auch 3D-Spins) haben zusätzliche Reihen aus höherem oder tieferem Kamerawinkel und lassen sich auch kippen, als Halbkugel oder ganze Kugel. Sie lohnen sich bei Produkten, die man auch von oben oder unten sehen will.
Motorisierte Drehteller
Seitz bietet den Roundshot VR Drive als Drehteller-Set für Objektfilme an, siehe motorisierte Panoramaköpfe.
Panorama-Fakt
Objektfilme gab es schon in den 1990er-Jahren: QuickTime VR konnte neben Panoramen auch Objekte zeigen, die sich mit der Maus drehen ließen.
Die englische Fassung dieses Ratgebers: 360° product photography turntables.